Butia odorata – Geleepalme
Die Butia odorata, im Gartenbau klassischerweise als Geleepalme geführt, ist eine charakterstarke Fiederpalme aus den Savannen und sandigen Küstengebieten Südamerikas. Eine grundlegende taxonomische Revision präzisierte, dass die frosthärtere Form als Butia odorata zu führen ist, während die "echte" B. capitata im brasilianischen Planalto beheimatet ist (Noblick 2011). Sie zeichnet sich durch ihre eleganten, bogenförmig zurückgebogenen Fiederblätter aus. Die namensgebenden, orangefarbenen Früchte sind reich an Vitamin C und Pektin, weshalb sie traditionell zu Gelee verarbeitet werden (Reitz 1974).
Standort und Pflanzung
Butia odorata benötigt Standorte mit maximaler Lichtexposition. Sie bevorzugt gut durchlüftete, sandig-humose Böden mit leicht saurem pH-Wert. Eine kritische Einschränkung ist ihre Empfindlichkeit gegenüber hohen Kalkkonzentrationen, die zu Chlorose führen können (Lorenzi et al. 2004). Bei der Pflanzung in Mitteleuropa sollte daher auf eine kalkfreie Drainage geachtet werden, um das gegen Verdichtung empfindliche Wurzelsystem zu schützen (Lötschert 2006).
Winterhärte und Schutzmaßnahmen
Die physiologische Frosttoleranz etablierter Exemplare liegt bei ca. -9°C bis -12°C (Stähler & Spanner 2007). In feucht-gemäßigten Klimaten stellt die Kombination aus persistenter winterlicher Nässe und moderatem Frost die größte Gefahr dar, da dies Pilzinfektionen am Meristem begünstigt (Henderson et al. 1995). Ein effektiver Winterschutz muss daher primär als Regenschutz konzipiert sein. Die Bündelung der Wedel und eine atmungsaktive Abdeckung des Vegetationspunktes verhindern die kritische Herzfäule.
Wachstum und Pflege
Butia weist eine langsame bis moderate Wachstumsrate auf, bildet jedoch im Alter einen massiven Stamm aus (Uhl & Dransfield 1987). In der Wachstumsperiode benötigt die Palme regelmäßige Wassergaben, wobei Staunässe vermieden werden muss. Eine Düngung mit Fokus auf Magnesium und Kalium im Frühjahr unterstützt die Blattfestigkeit und bereitet die Pflanze auf die winterliche Ruhephase vor (Lorenzi et al. 2004; Lötschert 2006).
Gestaltung und Einsatz im Garten
Durch ihren skulpturalen, ausladenden Habitus eignet sich die Geleepalme hervorragend als zentraler Blickpunkt in Exotengärten. Da Butia-Arten eine massivere Krone entwickeln als Hanfpalmen, sollte bei der Gestaltung ein Standraum mit einem Radius von mindestens 2–3 Metern eingeplant werden, um die Ästhetik der bogenförmigen Fiedern zur Geltung zu bringen.
Literatur
Dransfield, J. et al. (2008): Genera Palmarum. Kew Publishing.
Henderson, A. et al. (1995): Field Guide to the Palms of the Americas. Princeton Uni. Press.
Larcher, W. (2001): Ökophysiologie der Pflanzen. Eugen Ulmer Verlag.
Lorenzi, H. et al. (2004): Palmeiras Brasileiras e Exóticas Cultivadas. Inst. Plantarum.
Lötschert, W. (2006): Palmen. Botanik, Kultur, Nutzung. Eugen Ulmer Verlag.
Noblick, L. R. (2011): Butia odorata comb. nov. In: Phytoneuron.
Reitz, R. (1974): Palmeiras. Flora Ilustrada Catarinense.
Stähler, M. & Spanner, T. W. (2007): Winterharte Palmen. Medemia Verlag.
Uhl, N. W. & Dransfield, J. (1987): Genera Palmarum. Allen Press.