Rekonstruktion des Bergnebelwaldes am Nordrand des Valle Central - Costa Rica
I. Aufbruch nach Costa Rica
Die Grundidee für dieses Vorhaben entstand bereits während des verhältnismäßig langen und kalten Winters 2002/2003, als ich durch die Website „Zorrito.de“ auf die Arbeit von Bernd und Monika Lisek aufmerksam wurde. Motiviert durch deren Engagement für die Rettung tropischer Ökosysteme und einer großen Faszination für die Pflanzen und Tierwelt der Neotropis (Tropen der Neuen Welt / Amerika), stellte ich eine Anfrage für ein Praktikum zur Anfertigung einer Studienarbeit. Als fundierte Arbeitsgrundlage erhielt ich daraufhin ein Handbuch mit detaillierten Beschreibungen des Projektgebietes, was die gezielte Formulierung des Studienthemas ermöglichte.
Im Fokus der Untersuchung sollten die Effekte verschiedener Bodenarten sowie die Animpfung mit Pilzsporen auf die Keimung und das Wachstum von Sämlingen stehen. Konkret konzentrierte sich die Studie auf die in den Hochlagen Mittelamerikas endemischen Eichenarten Quercus seemanni und Quercus guglielmi-treleasei. Nach intensiven Reisevorbereitungen zwischen März und Juni 2003 folgte schließlich die praktische Umsetzung: Von August bis Oktober 2003 verbrachte ich den Aufenthalt vor Ort, um das Projekt im Feld in die Tat umzusetzen.
Zur Vorbereitung auf den Aufenthalt lernte ich ein halbes Jahr lang Spanisch an der Universität Bergakademie Freiberg. In Costa Rica angekommen, fand ich im Dorf Higuito del Guarco, südlich von Cartago am Rand des Valle Central gelegen, eine Unterkunft bei der Familie Serrano-Calderón. Ich wurde dort so herzlich aufgenommen, dass ich schnell zu einem festen Teil der Familie wurde. Indem wir den Alltag gemeinsam bestritten, konnte ich tief in die Lebensgewohnheiten der Costaricaner, oder Ticos wie sie sich selbst nennen, eintauchen und diese aus nächster Nähe kennenlernen.