Glossar
Fachwörter, die auf dieser Website vorkommen, kurz und verständlich erklärt: 148 Begriffe aus Botanik, Klimakunde, Biogeographie und Gartenbau.
148 Begriffe
A
- Anpassung Adaptation, adaptiv, Adaption
Wie gut eine Art oder einzelne Pflanze zu ihrer Umwelt passt, etwa durch Blattform, Wurzeln oder Wuchs. Anpassung entsteht über viele Generationen (Evolution), eine Pflanze kann sich aber auch im Lauf ihres Lebens an Bedingungen gewöhnen.
Siehe auch: Plastizität
- anthropogen
Vom Menschen verursacht oder beeinflusst, zum Beispiel der heutige Anstieg von Kohlendioxid in der Luft durch das Verbrennen von Kohle, Öl und Gas.
- Areal Verbreitungsgebiet
Das Gebiet, in dem eine Art von Natur aus vorkommt. Es kann zusammenhängen oder aus mehreren getrennten Teilen bestehen.
- arid Aridität
Trocken im klimatischen Sinn: Über das Jahr verdunstet mehr Wasser, als Niederschlag fällt. Als Maß dient der Ariditätsindex der UNEP, also Niederschlag geteilt durch die mögliche Verdunstung. Je kleiner der Wert, desto trockener das Klima.
- Austral-Antarktis
Eines der sechs Florenreiche nach Takhtajan. Es umfasst Neuseeland, den Süden Südamerikas mit Patagonien und Feuerland sowie die subantarktischen Inseln.
Siehe auch: Florenreich, Australis
- Australis
Florenreich im Südwesten und im Zentrum Australiens, das sich durch viele nur dort vorkommende Pflanzen auszeichnet. Typisch sind Eukalypten, Akazien und Proteengewächse. Nach Takhtajan gehört es zu den sechs Florenreichen der Erde.
Siehe auch: Florenreich, Endemit
- Austrieb Neuaustrieb
Das Entfalten neuer Triebe und Blätter, meist im Frühjahr. Frost kann den frischen Austrieb schädigen.
Siehe auch: Spätfrost
B
- Begleitflora Begleitarten
Die Pflanzen, die zusammen mit einer bestimmten Art am selben Standort wachsen. Sie zeigen, unter welchen Bedingungen die Art vorkommt.
- Biodiversität biologische Vielfalt
Die Vielfalt des Lebens: die Zahl der Arten, die Unterschiede innerhalb der Arten und die Vielfalt der Lebensräume.
- Biogeographie
Die Wissenschaft von der Verbreitung der Pflanzen und Tiere auf der Erde und von den Ursachen dieser Verteilung. Dazu gehören Klima, Erdgeschichte und Ausbreitung.
Siehe auch: Florenreich, Areal
- Biom
Ein großer Lebensraum mit typischer Vegetation und typischem Klima, zum Beispiel Regenwald, Savanne, Steppe oder Wüste.
C
- Capensis Kapensis, Kapflorenreich
Das kleinste Florenreich der Erde, am Südwestzipfel Afrikas. Auf kleiner Fläche wachsen dort rund 9.000 Pflanzenarten, die meisten davon nur hier. Die typische Vegetation heißt Fynbos.
Siehe auch: Fynbos, Florenreich, Endemit
- Chlorose Kalkchlorose
Aufhellung der Blätter von hellgrün bis gelb oder fast weiß, während die Blattadern grün bleiben. Häufig Eisenmangel, etwa bei sehr kalkhaltigem Boden.
Siehe auch: pH-Wert
- Cupula Fruchtbecher, Cupulae
Das schalenförmige Gebilde, das bei Eichen und Buchengewächsen den Fruchtansatz umgibt. Bei den Eichen ist es der Becher der Eichel; Form und Schuppung helfen bei der Bestimmung der Arten.
- Cuticula Kutikula
Die dünne wachsartige Schicht auf der Oberfläche von Blättern und Trieben. Sie schützt die Pflanze vor Austrocknung.
Siehe auch: Transpiration
D
- diözisch zweihäusig
Männliche und weibliche Blüten sitzen auf verschiedenen Pflanzen. Nur wenn beide Geschlechter nebeneinander wachsen, setzt die weibliche Pflanze Früchte an. Bei der Dattelpalme ist das so.
- Drainage Dränage
Eine Schicht oder ein System, das überschüssiges Wasser vom Wurzelraum ableitet, zum Beispiel Kies im Pflanzloch oder Löcher im Topfboden.
Siehe auch: Staunässe
E
- Eiszeit Kaltzeit, Pleistozän
Ein Abschnitt der jüngeren Erdgeschichte mit stark abgesenkten Temperaturen. In den Eiszeiten des Pleistozäns verschoben sich die Vegetationszonen nach Süden, und viele wärmeliebende Arten verschwanden aus Mitteleuropa.
Siehe auch: Pleistozän, Relikt
- Endemit endemisch, Endemismus
Eine Art, die nur in einem begrenzten Gebiet vorkommt und sonst nirgends auf der Welt, zum Beispiel nur auf einer Insel oder in einem Gebirge.
- ENSO El Niño
Abkürzung für El Niño–Southern Oscillation. Eine unregelmäßige Schwankung von Meeresströmung und Luftdruck im Pazifik, die Niederschläge und Temperaturen in vielen Teilen der Welt beeinflusst.
- Eozän
Epoche des Tertiärs vor etwa 56 bis 34 Millionen Jahren. Sie begann sehr warm; Palmen und Regenwälder reichten damals bis nach Mitteleuropa.
- Epiphyt Aufsitzerpflanze
Eine Pflanze, die auf anderen Pflanzen wächst, vor allem auf Ästen, ohne ihnen Nährstoffe zu entziehen. Sie nimmt Wasser und Nährstoffe über die Luft und den Regen auf. Orchideen, Bromelien und Farne im Nebelwald sind Beispiele.
Siehe auch: Nebelwald
- Epitheton
Der zweite Teil eines wissenschaftlichen Pflanzennamens. In „Quercus ilex“ ist „ilex“ das Epitheton; der erste Teil ist die Gattung.
- Erziehungsschnitt
Schnitt an jungen Gehölzen, um eine gewünschte Form zu lenken, zum Beispiel einen durchgehenden Stamm oder eine gleichmäßige Krone.
- Etablierungsphase Anwachsphase
Die ersten Jahre nach der Pflanzung, in denen die Pflanze Wurzeln bildet und sich am Standort einrichtet. In dieser Zeit braucht sie besonders gleichmäßige Wasserversorgung und Schutz.
- Evapotranspiration
Die gesamte Wasserabgabe einer Fläche an die Luft: die Verdunstung vom Boden und von nassen Oberflächen und die Transpiration der Pflanzen zusammen.
Siehe auch: Transpiration, arid
- Exposition exponiert
Die Lage eines Standorts zur Himmelsrichtung, zu Sonne, Wind und Regen, zum Beispiel ein Südhang oder ein windexponierter Platz. Auch das Ausgesetztsein einer Pflanze gegenüber Einflüssen wie Frost oder Wind.
Siehe auch: Mikroklima
F
- Florenregion Florenregionen
Die Untereinheit eines Florenreichs. Takhtajan unterscheidet 35 Florenregionen, zum Beispiel die Mediterrane Region oder die Ostasiatische Region. Sie sind noch einmal in Provinzen gegliedert.
Siehe auch: Florenreich, Provinz
- Florenreich Florenreiche
Die größte Einheit, in die man die Landflächen nach ihren Pflanzen gliedert. Nach Takhtajan gibt es sechs: Holarktis, Paläotropis, Neotropis, Capensis, Australis und Austral-Antarktis.
Siehe auch: Florenregion, Provinz, Holarktis
- Flöz Kohleflöz
Eine flache Schicht nutzbarer Kohle im Gestein. Braunkohleflöze sind aus verdichtetem Torf entstanden.
Siehe auch: Torf
- Frosthärte Winterhärte, Frostresistenz
Die Fähigkeit einer Pflanze, tiefe Temperaturen zu überstehen. Sie wird meist als Mindesttemperatur angegeben, bei der die Pflanze noch keinen bleibenden Schaden nimmt. Sie hängt auch von Alter, Standort und Dauer des Frosts ab.
Siehe auch: USDA-Winterhärtezone, Frosttrocknis
- Frosttrocknis Desikkation
Austrocknungsschaden an immergrünen Pflanzen im Winter. Bei gefrorenem Boden kann die Pflanze kein Wasser nachziehen, während Sonne und Wind die Blätter weiter Wasser verdunsten lassen. Sie vertrocknet dann trotz Frosttoleranz.
G
- Garrigue
Niedrige, offene Strauchvegetation auf Kalkböden im Mittelmeerraum, entstanden etwa durch Beweidung. Typisch sind Thymian, Rosmarin, Lavendel und Kermes-Eiche.
Siehe auch: Macchie
- Gattung
Eine Gruppe nah verwandter Arten. Sie steht an erster Stelle im wissenschaftlichen Namen: In „Quercus ilex“ ist Quercus (Eiche) die Gattung.
- Gehölz Gehölze
Pflanzen mit verholzten Trieben, die über Jahre dauerhaft bestehen: Bäume, Sträucher und Halbsträucher.
- Gymnospermen Nacktsamer
Samenpflanzen, deren Samenanlagen nicht in einem Fruchtknoten eingeschlossen sind, sondern frei auf Schuppen liegen. Dazu gehören Nadelbäume, Ginkgo und Palmfarne. Das Gegenstück sind die Bedecktsamer.
Siehe auch: Gattung
H
- Habitat Lebensraum
Der Lebensraum, in dem eine Art natürlich vorkommt, mit seinen Bedingungen wie Boden, Klima und Licht.
Siehe auch: Biom
- Habitus Wuchsbild
Das Gesamterscheinungsbild einer Pflanze: Größe, Form, Verzweigung und Aufbau.
Siehe auch: Wuchsform
- halbimmergrün
Die Pflanze behält ihr Laub in milden Wintern, wirft es in strengen Wintern aber ganz oder teilweise ab.
Siehe auch: immergrün, sommergrün
- Hartlaub Hartlaubgehölz, sklerophyll, Sklerophyllie, Hartlaubvegetation
Pflanzen mit kleinen, derben und oft ledrigen Blättern, die auch bei Trockenheit wenig Wasser verlieren. Sie wachsen in Gebieten mit trockenen Sommern und milden, feuchten Wintern, etwa im Mittelmeerraum, in Kalifornien oder Südafrika. Die Steineiche ist ein Beispiel.
Siehe auch: Macchie, Winterregen, immergrün
- heliophil lichtbedürftig
Lichtliebend: Die Pflanze braucht volle Sonne und wächst im Schatten schlecht.
- Holarktis holarktisch
Das größte Florenreich der Erde. Es umfasst die gesamte Nordhalbkugel außerhalb der Tropen: Europa, den Mittelmeerraum, Nordafrika, Nord- und Ostasien sowie Nordamerika. Typisch sind Eichen, Kiefern, Birken und Weiden.
Siehe auch: Florenreich, Paläotropis
- Holdridge Lebenszone, Lebenszonen
Ein Einteilungssystem des Ökologen Leslie Holdridge (1947), das Vegetation anhand von Jahrestemperatur, Niederschlag und dem Verhältnis von Verdunstung zu Niederschlag in Lebenszonen gliedert.
- Holozän
Die Epoche der Erdgeschichte seit dem Ende der letzten Eiszeit, also die vergangenen etwa 11.700 Jahre.
- Hotspot Biodiversitäts-Hotspot
Eine Region mit außergewöhnlich vielen Pflanzen- und Tierarten, die es nur dort gibt, und die zugleich stark bedroht ist.
Siehe auch: Endemit, Biodiversität
- humid feucht
Klimatisch feucht: Es fällt mehr Niederschlag, als verdunsten kann. Der Boden bleibt im Jahresverlauf überwiegend durchfeuchtet.
- Humus
Die dunkle Schicht aus zersetzten organischen Resten im Boden. Sie speichert Wasser und Nährstoffe und macht den Boden locker.
- Hybride Hybrid
Das Ergebnis einer Kreuzung zwischen zwei verschiedenen Arten oder Sorten. Hybriden zeigen oft Merkmale beider Eltern.
Siehe auch: Taxon
I
- immergrün
Die Pflanze trägt das ganze Jahr Blätter. Einzelne Blätter fallen dennoch ab, aber nie alle auf einmal; sie leben meist mehrere Jahre.
Siehe auch: sommergrün, halbimmergrün
- indigen einheimisch
In einem Gebiet ursprünglich vorkommend, also nicht vom Menschen dorthin gebracht.
Siehe auch: Neophyt
- Infloreszenz Blütenstand
Der Blütenstand: eine Gruppe von Blüten, die zusammen an einem Stiel sitzen, zum Beispiel eine Rispe, eine Dolde oder ein Kätzchen.
- Interpolation Kriging, IDW
Ein Rechenverfahren, mit dem aus Messwerten an einzelnen Stellen Werte für die Flächen dazwischen geschätzt werden, zum Beispiel für Temperaturkarten.
- isotherm
Mit gleichbleibender Temperatur. Ein isothermes Klima hat kaum Schwankungen zwischen den Jahreszeiten, wie in den inneren Tropen.
Siehe auch: Kontinentalität
J
- Jahresmittel Jahresmitteltemperatur
Der Durchschnitt aller Temperaturen eines Jahres. Er sagt wenig über Extreme aus; Winter und Sommer können bei gleichem Jahresmittel sehr verschieden sein.
Siehe auch: Kontinentalität
- Jugendphase Juvenilphase
Das Jugendstadium einer Pflanze. Bei vielen Palmen und Gehölzen wachsen Pflanzen in dieser Zeit langsamer, bilden noch keinen Stamm oder haben anders geformte Blätter als später.
K
- Kahlfrost
Frost ohne schützende Schneedecke. Der Boden gefriert tiefer und Wurzeln und immergrüne Blätter sind der Kälte und dem Wind ungeschützt ausgesetzt.
Siehe auch: Frosttrocknis
- Kambium
Die dünne Wachstumsschicht unter der Rinde. Sie bildet nach innen Holz und nach außen Rinde und lässt den Stamm in die Dicke wachsen.
Siehe auch: Borke
- Karoo
Die Trockenlandschaft im Inneren des südlichen Afrika mit niedrigen Sträuchern und vielen Sukkulenten. Sie ist ein typisches Beispiel für eine Halbwüste.
Siehe auch: Sukkulente, arid
- Kelvin K
Die Einheit für Temperaturunterschiede. Ein Kelvin ist genauso groß wie ein Grad Celsius. Für die Differenz zwischen wärmstem und kältestem Monat wird sie üblicherweise verwendet.
Siehe auch: Kontinentalität
- Klimawandel Klimaerwärmung
Die langfristige Veränderung des Klimas. Gemeint ist meist die heutige, vom Menschen verursachte Erwärmung. Das Klima hat sich auch in der Erdgeschichte immer wieder stark verändert, aber oft deutlich langsamer.
Siehe auch: anthropogen
- Klimazone
Ein Gebiet der Erde mit ähnlichem Klima, zum Beispiel tropisch, subtropisch, gemäßigt oder polar. Die bekannteste Gliederung stammt von Köppen und Geiger.
Siehe auch: Köppen-Geiger
- kontinental subkontinental
Klima, das vom Land geprägt ist: Es gibt kalte Winter, warme bis heiße Sommer und große Temperaturunterschiede im Jahr. „Subkontinental“ meint eine abgeschwächte Form davon.
Siehe auch: ozeanisch, Kontinentalität
- Kontinentalität Maritimität
Das Maß dafür, wie stark das Klima vom Land oder vom Meer bestimmt wird. Hier wird sie als Unterschied zwischen wärmstem und kältestem Monat angegeben. Je größer er ist, desto kontinentaler ist das Klima.
Siehe auch: ozeanisch, kontinental, Kelvin
- Konvergenzzone Innertropische Konvergenzzone, ITC, ITCZ
Das Band um den Äquator, in dem die Passatwinde beider Halbkugeln aufeinandertreffen und die Luft aufsteigt. Dort regnet es viel. Die Zone wandert mit dem Sonnenstand nach Norden und Süden und prägt so Regen- und Trockenzeiten.
- Köppen-Geiger Köppen
Eine weit verbreitete Einteilung der Klimate der Erde nach Temperatur und Niederschlag in Klassen wie Cfb (gemäßigt-ozeanisch) oder Csa (Mittelmeerklima). Sie geht auf Wladimir Köppen und Rudolf Geiger zurück.
Siehe auch: Klimazone
- Kork
Das Gewebe, das die äußere Rinde bildet. Es ist leicht, elastisch und isoliert gut. Die Korkeiche bildet besonders dicke Korkschichten.
- Kübelpflanze
Eine Pflanze, die im Gefäß kultiviert wird, damit sie im Winter geschützt oder frostfrei untergebracht werden kann.
Siehe auch: Frosthärte
L
M
- Macchie Maquis
Dichte, mannshohe immergrüne Strauchvegetation im Mittelmeerraum aus Hartlaubsträuchern wie Erdbeerbaum, Steinlinde und Myrte.
- Matorral
Die Hartlaubstrauchvegetation in Zentralchile, vergleichbar mit der Macchie im Mittelmeerraum.
- Messinische Salinitätskrise Salinitätskrise, Messinium
Ein Zeitraum vor etwa 6 bis 5,3 Millionen Jahren, in dem das Mittelmeer vom Atlantik abgeschnitten war und weitgehend austrocknete. Dabei entstanden mächtige Salzschichten.
- Mikroklima Kleinklima
Das Klima auf kleinem Raum, zum Beispiel an einer Hauswand, im Innenhof oder in einer Senke. Es kann sich deutlich vom Klima der Umgebung unterscheiden.
Siehe auch: Wärmeinsel
- Miozän
Ein Abschnitt der Erdgeschichte vor etwa 23 bis 5 Millionen Jahren. In dieser Zeit war es in Mitteleuropa deutlich wärmer als heute.
- monokarp monokarpisch
Eine Pflanze, die nur einmal im Leben blüht und fruchtet und danach abstirbt. Manche Palmen und Agaven sind so.
- monotypisch
Mit nur einem Vertreter. Eine monotypische Gattung enthält nur eine einzige Art.
- Monsun Monsunklima
Ein großräumiger Wind, der im Jahresverlauf seine Richtung wechselt. Im Sommer bringt er vom Meer her feuchte Luft und starke Regenfälle, im Winter weht er trocken vom Land. Typisch ist er in Süd- und Südostasien.
Siehe auch: Regenzeit, Sommerregen
- montan
Zur Bergstufe gehörend. Gemeint ist meist die Höhenstufe der Bergwälder zwischen Hügelland und der subalpinen Stufe.
- Mulch mulchen
Eine Schicht aus Rindenstücken, Laub, Stroh oder Kies auf dem Boden. Sie hält Feuchtigkeit, dämpft Temperaturschwankungen und schützt im Winter vor Frost.
- Mykorrhiza
Lebensgemeinschaft zwischen Pflanzenwurzeln und Pilzen. Der Pilz erschließt Wasser und Nährstoffe aus dem Boden, die Pflanze liefert ihm Zucker.
N
- Nebelwald Wolkenwald
Tropischer oder subtropischer Bergwald, der häufig in Wolken liegt. Moose, Farne, Orchideen und andere Aufsitzerpflanzen bedecken Äste und Stämme.
- Neophyt
Eine Pflanze, die der Mensch nach 1492 in ein Gebiet gebracht hat und die dort inzwischen auch ohne Pflege wächst. Viele sind harmlos, einige verdrängen heimische Arten.
Siehe auch: indigen
- Neotropis
Das Florenreich der Tropen und Subtropen Mittel- und Südamerikas. Es zählt zu den artenreichsten Gebieten der Erde, mit Regenwäldern, Anden und Savannen.
Siehe auch: Florenreich, Paläotropis
- NHN Normalhöhennull
Normalhöhennull: die Bezugshöhe in Deutschland, auf die Höhen über dem Meeresspiegel bezogen werden. Die Angabe „300 m NHN“ bedeutet 300 Meter über dem Meeresspiegel.
O
- Ökophysiologie ökophysiologisch
Das Fachgebiet, das untersucht, wie Pflanzen mit Umweltbedingungen wie Hitze, Trockenheit oder Frost zurechtkommen und wie sich das in ihren Lebensvorgängen zeigt.
Siehe auch: Photosynthese, Transpiration
- Ökotyp
Eine Population einer Art, die sich an die Bedingungen eines bestimmten Standorts angepasst hat und sich dadurch von anderen Populationen unterscheidet, zum Beispiel in der Frosthärte.
Siehe auch: Provenienz, Anpassung
- ozeanisch subozeanisch, maritim
Klima, das vom Meer geprägt ist: milde Winter, nicht zu heiße Sommer, kleine Unterschiede im Jahresverlauf und reichlich Niederschlag. „Subozeanisch“ meint eine abgeschwächte Form davon.
Siehe auch: kontinental, Kontinentalität
P
- Paläobotanik Paläobotaniker, Paläobotanikerin
Die Wissenschaft von den Pflanzen der Erdgeschichte. Sie untersucht Fossilien wie Blätter, Früchte, Samen und Pollen und schließt daraus auf frühere Pflanzenwelten und Klimate.
Siehe auch: Tertiär
- Paläogen Neogen
Die beiden Abschnitte, in die das Tertiär nach neuer Einteilung gegliedert wird: Das Paläogen reicht von 66 bis 23 Millionen Jahren vor heute, das Neogen von 23 bis 2,6 Millionen Jahren.
- Paläotropis
Das Florenreich der Tropen und Subtropen der Alten Welt: Afrika südlich der Sahara, Indien, Südostasien und die pazifischen Inseln.
Siehe auch: Florenreich, Neotropis, Holarktis
- PETM Paläozän/Eozän-Temperaturmaximum
Das Paläozän/Eozän-Temperaturmaximum: eine kurze, extrem warme Phase vor etwa 55 Millionen Jahren, in der die Temperaturen sehr stark anstiegen.
Siehe auch: Eozän
- Pfahlwurzel
Eine kräftige Hauptwurzel, die senkrecht tief in den Boden wächst. Sie erschließt Wasser in tiefen Schichten, macht aber Verpflanzen älterer Exemplare schwierig.
- pH-Wert
Maß für den Säuregrad des Bodens. Werte unter 7 sind sauer, über 7 basisch. Kalkböden liegen meist im basischen Bereich.
Siehe auch: Substrat
- Photosynthese
Der Vorgang, mit dem Pflanzen aus Licht, Wasser und Kohlendioxid Zucker aufbauen und Sauerstoff abgeben.
Siehe auch: Transpiration
- phylogenetisch Phylogenie
Die Stammesgeschichte betreffend: Wie Arten miteinander verwandt sind und auseinander hervorgegangen sind.
- Pionierpflanze Pionier, Pionierart
Eine Art, die als erste neue oder kahle Flächen besiedelt, etwa nach einem Brand oder auf Rohboden. Pionierpflanzen sind meist genügsam und wachsen schnell.
Siehe auch: Sukzession
- Plastizität phänotypische Plastizität
Die Fähigkeit einer Art, ihr Aussehen und Wachstum den Bedingungen anzupassen. Dieselbe Art wächst dann je nach Standort einmal als Strauch, ein andermal als Baum.
- Pleistozän
Die Epoche der Erdgeschichte von vor etwa 2,6 Millionen bis 11.700 Jahren, die Zeit der Eiszeiten.
- Pliozän
Ein Abschnitt der Erdgeschichte vor etwa 5 bis 2,6 Millionen Jahren, kurz vor Beginn der Eiszeiten.
- Provenienz Herkunft
Das Herkunftsgebiet von Saatgut oder Pflanzen. Pflanzen derselben Art aus verschiedenen Herkünften können sich in Frosthärte und Wuchs deutlich unterscheiden.
Siehe auch: Frosthärte
- Provinz
Die Untereinheit einer Florenregion. Takhtajan gliedert die Erde in 152 Provinzen.
Siehe auch: Florenregion, Florenreich
Q
- Quartär
Das jüngste Zeitalter der Erdgeschichte, seit etwa 2,6 Millionen Jahren. Es umfasst das Pleistozän und das Holozän.
Siehe auch: Pleistozän, Holozän
R
- RCP-Szenarien RCP
Zukunftsszenarien des Weltklimarats (IPCC) für den Klimawandel. RCP steht für „Representative Concentration Pathways“, die Zahl dahinter (zum Beispiel 4,5 oder 8,5) bezeichnet den zusätzlichen Strahlungsantrieb in Watt pro Quadratmeter bis zum Jahr 2100.
Siehe auch: Klimawandel
- Refugium Refugien, Rückzugsgebiet
Ein Rückzugsgebiet, in dem Arten ungünstige Zeiten überdauern, zum Beispiel die Eiszeiten. Von dort breiten sie sich später wieder aus.
- Regenschatten
Das trockene Gebiet im Windschatten eines Gebirges. Die Luft regnet sich an der Gebirgsseite zum Wind ab, dahinter bleibt es trocken.
Siehe auch: arid
- Regenzeit Trockenzeit
Der Teil des Jahres mit dem Hauptteil der Niederschläge. Die Trockenzeit ist die Jahreszeit mit wenig oder keinem Regen. Beide wechseln sich in den Tropen und Subtropen ab.
Siehe auch: Monsun, Sommerregen, Winterregen
- Relikt Relikte, Reliktvorkommen
Ein Überrest einer früher weiter verbreiteten Art oder Vegetation, der sich an wenigen geeigneten Orten gehalten hat, etwa die Lorbeerwälder der Kanarischen Inseln.
Siehe auch: Endemit, Laurisilva
- Resilienz resilient, Klimaresilienz
Widerstandsfähigkeit: die Fähigkeit eines Systems oder einer Pflanze, Störungen wie Hitze, Trockenheit oder Frost auszuhalten und sich danach zu erholen.
Siehe auch: Anpassung
- Rhizom Wurzelstock
Ein meist waagerecht im Boden wachsender Spross, aus dem Wurzeln und neue Triebe entspringen. Er dient der Vermehrung und als Speicher.
S
- Savanne
Offene Graslandschaft der Tropen und Subtropen mit einzelnen Bäumen und Sträuchern. Sie hat eine ausgeprägte Regen- und Trockenzeit.
- Sektion Sektionen
Eine Untergruppe innerhalb einer Gattung, die nah verwandte Arten zusammenfasst. Bei den Eichen gibt es zum Beispiel die Sektion Quercus und die Sektion Cerris.
Siehe auch: Gattung
- semiarid
Halbtrocken: Das Klima liegt zwischen arid und humid. Die Verdunstung übersteigt den Niederschlag, ein Teil des Jahres ist aber niederschlagsreich genug für Pflanzenwachstum.
- sommergrün laubabwerfend, wintergrün
Die Pflanze wirft ihr Laub am Ende der Vegetationsperiode ab, im Herbst oder zu Beginn der Trockenzeit, und treibt im Frühjahr neu aus.
Siehe auch: immergrün, halbimmergrün
- Sommerregen
Ein Niederschlagsmuster, bei dem der meiste Regen im Sommer fällt. Der Winter ist trocken. Es ist typisch für Monsungebiete und für Teile der Savannen und Prärien.
Siehe auch: Winterregen, Monsun
- Sorte Cultivar, Kultivar
Eine vom Menschen ausgewählte und vermehrte Form einer Art mit bestimmten Eigenschaften, zum Beispiel Blüte oder Wuchs. Sie trägt in Anführungszeichen einen eigenen Namen, etwa „Reka“.
Siehe auch: Varietät
- Spätfrost Spätfröste
Frost im Frühjahr, wenn die Pflanzen schon ausgetrieben haben oder blühen. Junge Triebe und Blüten erfrieren dann leicht, auch bei Arten, die tiefen Winterfrost vertragen.
Siehe auch: Austrieb, Frosthärte
- Staunässe
Dauernde Vernässung des Wurzelraums, weil Wasser nicht abfließen kann. Den Wurzeln fehlt dann Sauerstoff und sie faulen; viele Pflanzen vertragen sie nicht.
Siehe auch: Drainage
- Steppe
Offene, waldlose Grasvegetation in Gebieten, in denen es für Wald zu trocken ist. Sie liegt meist im Inneren der Kontinente mit kalten Wintern und heißen Sommern.
Siehe auch: semiarid, kontinental
- Stomata Spaltöffnung, Spaltöffnungen
Winzige verschließbare Poren auf der Blattunterseite. Durch sie nimmt die Pflanze Kohlendioxid auf und gibt Wasserdampf ab. Bei Trockenheit schließt sie die Pflanze.
Siehe auch: Transpiration, Photosynthese
- Stubben Stubbenhorizont
Ein Baumstumpf mit Wurzelansatz. In Braunkohle sind Stubben ganzer Wälder erhalten, teils noch am Wuchsort.
- subalpin
Die Höhenstufe unterhalb der Baumgrenze im Hochgebirge. Wälder werden dort lichter, Bäume niedriger und krüppelig.
Siehe auch: montan
- submediterran
Mit Mittelmeerklima verwandt, aber weniger ausgeprägt: Die Sommer sind weniger trocken, die Winter etwas kälter. Das Gebiet liegt zwischen dem eigentlichen Mittelmeerraum und dem gemäßigten Mitteleuropa.
Siehe auch: Hartlaub
- Substrat
Das Material, in dem eine Pflanze wurzelt: Erde, Boden oder eine Mischung aus Sand, Kompost und anderen Bestandteilen.
- Sukkulente Sukkulenz
Pflanze mit verdickten, fleischigen Teilen, in denen sie Wasser speichert. Dazu gehören Kakteen, Agaven und Aloen. Sie wachsen meist in trockenen Gebieten.
- Sukzession
Die natürliche zeitliche Abfolge von Pflanzengesellschaften an einem Ort, zum Beispiel von der Brache über Gebüsch zum Wald.
Siehe auch: Pionierpflanze
- Symbiose
Das Zusammenleben zweier Arten, von dem beide Seiten profitieren, zum Beispiel Pflanzenwurzeln und Pilze in der Mykorrhiza.
Siehe auch: Mykorrhiza
T
- Taxon Taxa
Eine Gruppe von Lebewesen, die wissenschaftlich als Einheit benannt ist, zum Beispiel eine Art, eine Gattung oder eine Familie.
- Tertiär
Das Erdzeitalter vor etwa 66 bis 2,6 Millionen Jahren. Es war weltweit wärmer als heute, und in Mitteleuropa wuchsen subtropische Wälder. Heute spricht man meist von Paläogen und Neogen.
- Tethys Paratethys
Ein Urmeer zwischen Eurasien und Afrika. Aus ihm ging das Mittelmeer hervor. Die Paratethys war sein nördlicher Ableger, der im Tertiär weite Teile Mittel- und Südosteuropas bedeckte; Reste sind das Schwarze Meer und das Kaspische Meer.
- thermophil wärmeliebend
Die Art braucht viel Wärme für Wachstum und Entwicklung.
- tiefgründig flachgründig
Beschreibt die Tiefe, bis zu der ein Boden durchwurzelt werden kann. Ein tiefgründiger Boden hat eine mächtige, lockere Schicht; ein flachgründiger liegt über Fels oder verdichtetem Material.
Siehe auch: Substrat, Pfahlwurzel
- Tieflage Tiefland
Gebiete in geringer Höhe über dem Meer, grob bis etwa 500 Meter. Die Klimaangaben der Biogeographie-Seiten gelten für solche Lagen.
Siehe auch: montan
- Torf
Aus unvollständig zersetzten Pflanzenresten entstandene Schicht in Mooren. Wird Torf über Millionen Jahre verdichtet, wird daraus Braunkohle.
Siehe auch: Flöz
- Transpiration
Die Wasserabgabe der Pflanze durch ihre Blätter. Sie kühlt das Blatt und zieht Wasser aus den Wurzeln nach oben.
Siehe auch: Stomata, Evapotranspiration
- Tundra
Baumlose Vegetation aus Moosen, Flechten, Gräsern und Zwergsträuchern in sehr kalten Gebieten nördlich der Waldgrenze und im Hochgebirge.
Siehe auch: Biom
U
- UNEP Ariditätsindex
Das Umweltprogramm der Vereinten Nationen. Sein Ariditätsindex teilt den Niederschlag durch die mögliche Verdunstung und ordnet Gebiete von hyperarid bis humid ein.
- USDA-Winterhärtezone Winterhärtezone, USDA
Eine Einteilung der Gebiete nach der tiefsten üblichen Wintertemperatur in Zonen von 1 (sehr kalt) bis 13 (frostfrei). Sie stammt vom US-Landwirtschaftsministerium und dient dazu, zu beurteilen, ob eine Pflanze an einem Ort winterhart ist.
Siehe auch: Frosthärte
V
- Varietät Unterart
Eine Form unterhalb der Art, die sich in einzelnen Merkmalen unterscheidet. Eine Unterart (subsp.) hat meist ein eigenes Verbreitungsgebiet; eine Varietät (var.) unterscheidet sich weniger deutlich.
Siehe auch: Taxon
- Vegetationsperiode
Der Zeitraum im Jahr, in dem Pflanzen wachsen können. Er wird durch Wärme und Wasser begrenzt. In kühlen Gebieten ist er kurz, in den Tropen dauert er das ganze Jahr.
Siehe auch: Photosynthese
- Vegetationspunkt Vegetationskegel, Herz
Die Wachstumsspitze eines Triebes, aus der neue Blätter entstehen. Bei Palmen sitzt sie im „Herz“ der Krone und ist die empfindlichste Stelle bei Frost und Nässe.
Siehe auch: Frosthärte
- Vlies Winterschutzvlies
Ein dünnes, luftdurchlässiges Gewebe, das im Winter über empfindliche Pflanzen gelegt wird. Es schützt vor Wind und etwas Frost, ohne die Pflanze zu ersticken.
Siehe auch: Frosthärte, Kahlfrost
W
- Wärmeinsel Wärmeinseleffekt
Ein Gebiet, das deutlich wärmer ist als sein Umland, vor allem in Städten. Gebäude und versiegelte Flächen speichern Wärme und geben sie nachts ab.
Siehe auch: Mikroklima
- Wärmesumme
Die Summe der Tagesmitteltemperaturen über einer Schwelle in einem bestimmten Zeitraum. Sie misst das Wärmeangebot, das eine Pflanze zum Wachsen, Blühen oder Reifen der Früchte braucht.
Siehe auch: Vegetationsperiode
- Wedel
Das große Blatt von Palmen und Farnen. Es besteht aus Stiel und Spreite, die gefächert oder gefiedert sein kann.
- Winterregen
Ein Niederschlagsmuster, bei dem die Niederschläge vor allem im Winterhalbjahr fallen und die Sommer trocken sind. Es ist typisch für das Mittelmeerklima.
Siehe auch: Sommerregen, Hartlaub
- Wuchsform Lebensform
Die Grundgestalt einer Pflanze, zum Beispiel Baum, Strauch, Palme, Staude oder Sukkulente.
Siehe auch: Habitus, Sukkulente
X
- Xerophyt xerophytisch, xerophil, xeromorph
Eine Pflanze, die an Trockenheit angepasst ist, zum Beispiel durch kleine, derbe oder behaarte Blätter, Wasserspeicher oder tiefe Wurzeln.
Siehe auch: Sukkulente, Hartlaub
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