Glossar

Fachwörter, die auf dieser Website vorkommen, kurz und verständlich erklärt: 148 Begriffe aus Botanik, Klimakunde, Biogeographie und Gartenbau.

148 Begriffe

A

Anpassung Adaptation, adaptiv, Adaption

Wie gut eine Art oder einzelne Pflanze zu ihrer Umwelt passt, etwa durch Blattform, Wurzeln oder Wuchs. Anpassung entsteht über viele Generationen (Evolution), eine Pflanze kann sich aber auch im Lauf ihres Lebens an Bedingungen gewöhnen.

Siehe auch: Plastizität

anthropogen

Vom Menschen verursacht oder beeinflusst, zum Beispiel der heutige Anstieg von Kohlendioxid in der Luft durch das Verbrennen von Kohle, Öl und Gas.

Areal Verbreitungsgebiet

Das Gebiet, in dem eine Art von Natur aus vorkommt. Es kann zusammenhängen oder aus mehreren getrennten Teilen bestehen.

Siehe auch: Endemit, Relikt

arid Aridität

Trocken im klimatischen Sinn: Über das Jahr verdunstet mehr Wasser, als Niederschlag fällt. Als Maß dient der Ariditätsindex der UNEP, also Niederschlag geteilt durch die mögliche Verdunstung. Je kleiner der Wert, desto trockener das Klima.

Siehe auch: semiarid, humid

Austral-Antarktis

Eines der sechs Florenreiche nach Takhtajan. Es umfasst Neuseeland, den Süden Südamerikas mit Patagonien und Feuerland sowie die subantarktischen Inseln.

Siehe auch: Florenreich, Australis

Australis

Florenreich im Südwesten und im Zentrum Australiens, das sich durch viele nur dort vorkommende Pflanzen auszeichnet. Typisch sind Eukalypten, Akazien und Proteengewächse. Nach Takhtajan gehört es zu den sechs Florenreichen der Erde.

Siehe auch: Florenreich, Endemit

Austrieb Neuaustrieb

Das Entfalten neuer Triebe und Blätter, meist im Frühjahr. Frost kann den frischen Austrieb schädigen.

Siehe auch: Spätfrost

B

Begleitflora Begleitarten

Die Pflanzen, die zusammen mit einer bestimmten Art am selben Standort wachsen. Sie zeigen, unter welchen Bedingungen die Art vorkommt.

Biodiversität biologische Vielfalt

Die Vielfalt des Lebens: die Zahl der Arten, die Unterschiede innerhalb der Arten und die Vielfalt der Lebensräume.

Biogeographie

Die Wissenschaft von der Verbreitung der Pflanzen und Tiere auf der Erde und von den Ursachen dieser Verteilung. Dazu gehören Klima, Erdgeschichte und Ausbreitung.

Siehe auch: Florenreich, Areal

Biom

Ein großer Lebensraum mit typischer Vegetation und typischem Klima, zum Beispiel Regenwald, Savanne, Steppe oder Wüste.

Siehe auch: Savanne, Steppe, Tundra

Borke

Die äußere, abgestorbene Schicht der Rinde bei älteren Bäumen. Sie schützt vor Hitze, Kälte und Feuer und bildet je nach Art Furchen, Platten oder Schuppen.

Siehe auch: Kambium, Kork

C

Capensis Kapensis, Kapflorenreich

Das kleinste Florenreich der Erde, am Südwestzipfel Afrikas. Auf kleiner Fläche wachsen dort rund 9.000 Pflanzenarten, die meisten davon nur hier. Die typische Vegetation heißt Fynbos.

Siehe auch: Fynbos, Florenreich, Endemit

Chlorose Kalkchlorose

Aufhellung der Blätter von hellgrün bis gelb oder fast weiß, während die Blattadern grün bleiben. Häufig Eisenmangel, etwa bei sehr kalkhaltigem Boden.

Siehe auch: pH-Wert

Cupula Fruchtbecher, Cupulae

Das schalenförmige Gebilde, das bei Eichen und Buchengewächsen den Fruchtansatz umgibt. Bei den Eichen ist es der Becher der Eichel; Form und Schuppung helfen bei der Bestimmung der Arten.

Cuticula Kutikula

Die dünne wachsartige Schicht auf der Oberfläche von Blättern und Trieben. Sie schützt die Pflanze vor Austrocknung.

Siehe auch: Transpiration

D

diözisch zweihäusig

Männliche und weibliche Blüten sitzen auf verschiedenen Pflanzen. Nur wenn beide Geschlechter nebeneinander wachsen, setzt die weibliche Pflanze Früchte an. Bei der Dattelpalme ist das so.

Drainage Dränage

Eine Schicht oder ein System, das überschüssiges Wasser vom Wurzelraum ableitet, zum Beispiel Kies im Pflanzloch oder Löcher im Topfboden.

Siehe auch: Staunässe

E

Eiszeit Kaltzeit, Pleistozän

Ein Abschnitt der jüngeren Erdgeschichte mit stark abgesenkten Temperaturen. In den Eiszeiten des Pleistozäns verschoben sich die Vegetationszonen nach Süden, und viele wärmeliebende Arten verschwanden aus Mitteleuropa.

Siehe auch: Pleistozän, Relikt

Endemit endemisch, Endemismus

Eine Art, die nur in einem begrenzten Gebiet vorkommt und sonst nirgends auf der Welt, zum Beispiel nur auf einer Insel oder in einem Gebirge.

Siehe auch: Areal, Relikt

ENSO El Niño

Abkürzung für El Niño–Southern Oscillation. Eine unregelmäßige Schwankung von Meeresströmung und Luftdruck im Pazifik, die Niederschläge und Temperaturen in vielen Teilen der Welt beeinflusst.

Eozän

Epoche des Tertiärs vor etwa 56 bis 34 Millionen Jahren. Sie begann sehr warm; Palmen und Regenwälder reichten damals bis nach Mitteleuropa.

Siehe auch: Tertiär, Miozän

Epiphyt Aufsitzerpflanze

Eine Pflanze, die auf anderen Pflanzen wächst, vor allem auf Ästen, ohne ihnen Nährstoffe zu entziehen. Sie nimmt Wasser und Nährstoffe über die Luft und den Regen auf. Orchideen, Bromelien und Farne im Nebelwald sind Beispiele.

Siehe auch: Nebelwald

Epitheton

Der zweite Teil eines wissenschaftlichen Pflanzennamens. In „Quercus ilex“ ist „ilex“ das Epitheton; der erste Teil ist die Gattung.

Siehe auch: Gattung, Taxon

Erziehungsschnitt

Schnitt an jungen Gehölzen, um eine gewünschte Form zu lenken, zum Beispiel einen durchgehenden Stamm oder eine gleichmäßige Krone.

Etablierungsphase Anwachsphase

Die ersten Jahre nach der Pflanzung, in denen die Pflanze Wurzeln bildet und sich am Standort einrichtet. In dieser Zeit braucht sie besonders gleichmäßige Wasserversorgung und Schutz.

Evapotranspiration

Die gesamte Wasserabgabe einer Fläche an die Luft: die Verdunstung vom Boden und von nassen Oberflächen und die Transpiration der Pflanzen zusammen.

Siehe auch: Transpiration, arid

Exposition exponiert

Die Lage eines Standorts zur Himmelsrichtung, zu Sonne, Wind und Regen, zum Beispiel ein Südhang oder ein windexponierter Platz. Auch das Ausgesetztsein einer Pflanze gegenüber Einflüssen wie Frost oder Wind.

Siehe auch: Mikroklima

F

Florenregion Florenregionen

Die Untereinheit eines Florenreichs. Takhtajan unterscheidet 35 Florenregionen, zum Beispiel die Mediterrane Region oder die Ostasiatische Region. Sie sind noch einmal in Provinzen gegliedert.

Siehe auch: Florenreich, Provinz

Florenreich Florenreiche

Die größte Einheit, in die man die Landflächen nach ihren Pflanzen gliedert. Nach Takhtajan gibt es sechs: Holarktis, Paläotropis, Neotropis, Capensis, Australis und Austral-Antarktis.

Siehe auch: Florenregion, Provinz, Holarktis

Flöz Kohleflöz

Eine flache Schicht nutzbarer Kohle im Gestein. Braunkohleflöze sind aus verdichtetem Torf entstanden.

Siehe auch: Torf

Frosthärte Winterhärte, Frostresistenz

Die Fähigkeit einer Pflanze, tiefe Temperaturen zu überstehen. Sie wird meist als Mindesttemperatur angegeben, bei der die Pflanze noch keinen bleibenden Schaden nimmt. Sie hängt auch von Alter, Standort und Dauer des Frosts ab.

Siehe auch: USDA-Winterhärtezone, Frosttrocknis

Frosttrocknis Desikkation

Austrocknungsschaden an immergrünen Pflanzen im Winter. Bei gefrorenem Boden kann die Pflanze kein Wasser nachziehen, während Sonne und Wind die Blätter weiter Wasser verdunsten lassen. Sie vertrocknet dann trotz Frosttoleranz.

Siehe auch: immergrün, Kahlfrost

Fynbos

Die Hartlaubvegetation im Südwesten Südafrikas mit Proteen, Heidekräutern und Restios. Er gehört zum Florenreich Capensis.

Siehe auch: Capensis, Hartlaub

G

Garrigue

Niedrige, offene Strauchvegetation auf Kalkböden im Mittelmeerraum, entstanden etwa durch Beweidung. Typisch sind Thymian, Rosmarin, Lavendel und Kermes-Eiche.

Siehe auch: Macchie

Gattung

Eine Gruppe nah verwandter Arten. Sie steht an erster Stelle im wissenschaftlichen Namen: In „Quercus ilex“ ist Quercus (Eiche) die Gattung.

Siehe auch: Taxon, Epitheton

Gehölz Gehölze

Pflanzen mit verholzten Trieben, die über Jahre dauerhaft bestehen: Bäume, Sträucher und Halbsträucher.

Gymnospermen Nacktsamer

Samenpflanzen, deren Samenanlagen nicht in einem Fruchtknoten eingeschlossen sind, sondern frei auf Schuppen liegen. Dazu gehören Nadelbäume, Ginkgo und Palmfarne. Das Gegenstück sind die Bedecktsamer.

Siehe auch: Gattung

H

Habitat Lebensraum

Der Lebensraum, in dem eine Art natürlich vorkommt, mit seinen Bedingungen wie Boden, Klima und Licht.

Siehe auch: Biom

Habitus Wuchsbild

Das Gesamterscheinungsbild einer Pflanze: Größe, Form, Verzweigung und Aufbau.

Siehe auch: Wuchsform

halbimmergrün

Die Pflanze behält ihr Laub in milden Wintern, wirft es in strengen Wintern aber ganz oder teilweise ab.

Siehe auch: immergrün, sommergrün

Hartlaub Hartlaubgehölz, sklerophyll, Sklerophyllie, Hartlaubvegetation

Pflanzen mit kleinen, derben und oft ledrigen Blättern, die auch bei Trockenheit wenig Wasser verlieren. Sie wachsen in Gebieten mit trockenen Sommern und milden, feuchten Wintern, etwa im Mittelmeerraum, in Kalifornien oder Südafrika. Die Steineiche ist ein Beispiel.

Siehe auch: Macchie, Winterregen, immergrün

heliophil lichtbedürftig

Lichtliebend: Die Pflanze braucht volle Sonne und wächst im Schatten schlecht.

Holarktis holarktisch

Das größte Florenreich der Erde. Es umfasst die gesamte Nordhalbkugel außerhalb der Tropen: Europa, den Mittelmeerraum, Nordafrika, Nord- und Ostasien sowie Nordamerika. Typisch sind Eichen, Kiefern, Birken und Weiden.

Siehe auch: Florenreich, Paläotropis

Holdridge Lebenszone, Lebenszonen

Ein Einteilungssystem des Ökologen Leslie Holdridge (1947), das Vegetation anhand von Jahrestemperatur, Niederschlag und dem Verhältnis von Verdunstung zu Niederschlag in Lebenszonen gliedert.

Siehe auch: Klimazone, Biom

Holozän

Die Epoche der Erdgeschichte seit dem Ende der letzten Eiszeit, also die vergangenen etwa 11.700 Jahre.

Siehe auch: Eiszeit, Quartär

Hotspot Biodiversitäts-Hotspot

Eine Region mit außergewöhnlich vielen Pflanzen- und Tierarten, die es nur dort gibt, und die zugleich stark bedroht ist.

Siehe auch: Endemit, Biodiversität

humid feucht

Klimatisch feucht: Es fällt mehr Niederschlag, als verdunsten kann. Der Boden bleibt im Jahresverlauf überwiegend durchfeuchtet.

Siehe auch: arid, semiarid

Humus

Die dunkle Schicht aus zersetzten organischen Resten im Boden. Sie speichert Wasser und Nährstoffe und macht den Boden locker.

Hybride Hybrid

Das Ergebnis einer Kreuzung zwischen zwei verschiedenen Arten oder Sorten. Hybriden zeigen oft Merkmale beider Eltern.

Siehe auch: Taxon

I

immergrün

Die Pflanze trägt das ganze Jahr Blätter. Einzelne Blätter fallen dennoch ab, aber nie alle auf einmal; sie leben meist mehrere Jahre.

Siehe auch: sommergrün, halbimmergrün

indigen einheimisch

In einem Gebiet ursprünglich vorkommend, also nicht vom Menschen dorthin gebracht.

Siehe auch: Neophyt

Infloreszenz Blütenstand

Der Blütenstand: eine Gruppe von Blüten, die zusammen an einem Stiel sitzen, zum Beispiel eine Rispe, eine Dolde oder ein Kätzchen.

Interpolation Kriging, IDW

Ein Rechenverfahren, mit dem aus Messwerten an einzelnen Stellen Werte für die Flächen dazwischen geschätzt werden, zum Beispiel für Temperaturkarten.

isotherm

Mit gleichbleibender Temperatur. Ein isothermes Klima hat kaum Schwankungen zwischen den Jahreszeiten, wie in den inneren Tropen.

Siehe auch: Kontinentalität

J

Jahresmittel Jahresmitteltemperatur

Der Durchschnitt aller Temperaturen eines Jahres. Er sagt wenig über Extreme aus; Winter und Sommer können bei gleichem Jahresmittel sehr verschieden sein.

Siehe auch: Kontinentalität

Jugendphase Juvenilphase

Das Jugendstadium einer Pflanze. Bei vielen Palmen und Gehölzen wachsen Pflanzen in dieser Zeit langsamer, bilden noch keinen Stamm oder haben anders geformte Blätter als später.

K

Kahlfrost

Frost ohne schützende Schneedecke. Der Boden gefriert tiefer und Wurzeln und immergrüne Blätter sind der Kälte und dem Wind ungeschützt ausgesetzt.

Siehe auch: Frosttrocknis

Kambium

Die dünne Wachstumsschicht unter der Rinde. Sie bildet nach innen Holz und nach außen Rinde und lässt den Stamm in die Dicke wachsen.

Siehe auch: Borke

Karoo

Die Trockenlandschaft im Inneren des südlichen Afrika mit niedrigen Sträuchern und vielen Sukkulenten. Sie ist ein typisches Beispiel für eine Halbwüste.

Siehe auch: Sukkulente, arid

Kelvin K

Die Einheit für Temperaturunterschiede. Ein Kelvin ist genauso groß wie ein Grad Celsius. Für die Differenz zwischen wärmstem und kältestem Monat wird sie üblicherweise verwendet.

Siehe auch: Kontinentalität

Klimawandel Klimaerwärmung

Die langfristige Veränderung des Klimas. Gemeint ist meist die heutige, vom Menschen verursachte Erwärmung. Das Klima hat sich auch in der Erdgeschichte immer wieder stark verändert, aber oft deutlich langsamer.

Siehe auch: anthropogen

Klimazone

Ein Gebiet der Erde mit ähnlichem Klima, zum Beispiel tropisch, subtropisch, gemäßigt oder polar. Die bekannteste Gliederung stammt von Köppen und Geiger.

Siehe auch: Köppen-Geiger

kontinental subkontinental

Klima, das vom Land geprägt ist: Es gibt kalte Winter, warme bis heiße Sommer und große Temperaturunterschiede im Jahr. „Subkontinental“ meint eine abgeschwächte Form davon.

Siehe auch: ozeanisch, Kontinentalität

Kontinentalität Maritimität

Das Maß dafür, wie stark das Klima vom Land oder vom Meer bestimmt wird. Hier wird sie als Unterschied zwischen wärmstem und kältestem Monat angegeben. Je größer er ist, desto kontinentaler ist das Klima.

Siehe auch: ozeanisch, kontinental, Kelvin

Konvergenzzone Innertropische Konvergenzzone, ITC, ITCZ

Das Band um den Äquator, in dem die Passatwinde beider Halbkugeln aufeinandertreffen und die Luft aufsteigt. Dort regnet es viel. Die Zone wandert mit dem Sonnenstand nach Norden und Süden und prägt so Regen- und Trockenzeiten.

Siehe auch: Regenzeit, Monsun

Köppen-Geiger Köppen

Eine weit verbreitete Einteilung der Klimate der Erde nach Temperatur und Niederschlag in Klassen wie Cfb (gemäßigt-ozeanisch) oder Csa (Mittelmeerklima). Sie geht auf Wladimir Köppen und Rudolf Geiger zurück.

Siehe auch: Klimazone

Kork

Das Gewebe, das die äußere Rinde bildet. Es ist leicht, elastisch und isoliert gut. Die Korkeiche bildet besonders dicke Korkschichten.

Siehe auch: Borke, Kambium

Kübelpflanze

Eine Pflanze, die im Gefäß kultiviert wird, damit sie im Winter geschützt oder frostfrei untergebracht werden kann.

Siehe auch: Frosthärte

L

Laurisilva Lorbeerwald

Immergrüner Wald mit Lorbeergewächsen, der früher im Mittelmeerraum weit verbreitet war. Auf den Kanarischen Inseln und Madeira ist er in Resten erhalten, meist in Lagen mit Nebel.

Siehe auch: Relikt, Nebelwald

M

Macchie Maquis

Dichte, mannshohe immergrüne Strauchvegetation im Mittelmeerraum aus Hartlaubsträuchern wie Erdbeerbaum, Steinlinde und Myrte.

Siehe auch: Garrigue, Hartlaub

Matorral

Die Hartlaubstrauchvegetation in Zentralchile, vergleichbar mit der Macchie im Mittelmeerraum.

Siehe auch: Macchie, Hartlaub

Messinische Salinitätskrise Salinitätskrise, Messinium

Ein Zeitraum vor etwa 6 bis 5,3 Millionen Jahren, in dem das Mittelmeer vom Atlantik abgeschnitten war und weitgehend austrocknete. Dabei entstanden mächtige Salzschichten.

Siehe auch: Miozän, Pliozän

Mikroklima Kleinklima

Das Klima auf kleinem Raum, zum Beispiel an einer Hauswand, im Innenhof oder in einer Senke. Es kann sich deutlich vom Klima der Umgebung unterscheiden.

Siehe auch: Wärmeinsel

Miozän

Ein Abschnitt der Erdgeschichte vor etwa 23 bis 5 Millionen Jahren. In dieser Zeit war es in Mitteleuropa deutlich wärmer als heute.

Siehe auch: Tertiär, Pliozän

monokarp monokarpisch

Eine Pflanze, die nur einmal im Leben blüht und fruchtet und danach abstirbt. Manche Palmen und Agaven sind so.

monotypisch

Mit nur einem Vertreter. Eine monotypische Gattung enthält nur eine einzige Art.

Siehe auch: Gattung, Taxon

Monsun Monsunklima

Ein großräumiger Wind, der im Jahresverlauf seine Richtung wechselt. Im Sommer bringt er vom Meer her feuchte Luft und starke Regenfälle, im Winter weht er trocken vom Land. Typisch ist er in Süd- und Südostasien.

Siehe auch: Regenzeit, Sommerregen

montan

Zur Bergstufe gehörend. Gemeint ist meist die Höhenstufe der Bergwälder zwischen Hügelland und der subalpinen Stufe.

Siehe auch: subalpin, Tieflage

Mulch mulchen

Eine Schicht aus Rindenstücken, Laub, Stroh oder Kies auf dem Boden. Sie hält Feuchtigkeit, dämpft Temperaturschwankungen und schützt im Winter vor Frost.

Mykorrhiza

Lebensgemeinschaft zwischen Pflanzenwurzeln und Pilzen. Der Pilz erschließt Wasser und Nährstoffe aus dem Boden, die Pflanze liefert ihm Zucker.

N

Nebelwald Wolkenwald

Tropischer oder subtropischer Bergwald, der häufig in Wolken liegt. Moose, Farne, Orchideen und andere Aufsitzerpflanzen bedecken Äste und Stämme.

Siehe auch: Epiphyt, montan

Neophyt

Eine Pflanze, die der Mensch nach 1492 in ein Gebiet gebracht hat und die dort inzwischen auch ohne Pflege wächst. Viele sind harmlos, einige verdrängen heimische Arten.

Siehe auch: indigen

Neotropis

Das Florenreich der Tropen und Subtropen Mittel- und Südamerikas. Es zählt zu den artenreichsten Gebieten der Erde, mit Regenwäldern, Anden und Savannen.

Siehe auch: Florenreich, Paläotropis

NHN Normalhöhennull

Normalhöhennull: die Bezugshöhe in Deutschland, auf die Höhen über dem Meeresspiegel bezogen werden. Die Angabe „300 m NHN“ bedeutet 300 Meter über dem Meeresspiegel.

O

Ökophysiologie ökophysiologisch

Das Fachgebiet, das untersucht, wie Pflanzen mit Umweltbedingungen wie Hitze, Trockenheit oder Frost zurechtkommen und wie sich das in ihren Lebensvorgängen zeigt.

Siehe auch: Photosynthese, Transpiration

Ökotyp

Eine Population einer Art, die sich an die Bedingungen eines bestimmten Standorts angepasst hat und sich dadurch von anderen Populationen unterscheidet, zum Beispiel in der Frosthärte.

Siehe auch: Provenienz, Anpassung

ozeanisch subozeanisch, maritim

Klima, das vom Meer geprägt ist: milde Winter, nicht zu heiße Sommer, kleine Unterschiede im Jahresverlauf und reichlich Niederschlag. „Subozeanisch“ meint eine abgeschwächte Form davon.

Siehe auch: kontinental, Kontinentalität

P

Paläobotanik Paläobotaniker, Paläobotanikerin

Die Wissenschaft von den Pflanzen der Erdgeschichte. Sie untersucht Fossilien wie Blätter, Früchte, Samen und Pollen und schließt daraus auf frühere Pflanzenwelten und Klimate.

Siehe auch: Tertiär

Paläogen Neogen

Die beiden Abschnitte, in die das Tertiär nach neuer Einteilung gegliedert wird: Das Paläogen reicht von 66 bis 23 Millionen Jahren vor heute, das Neogen von 23 bis 2,6 Millionen Jahren.

Siehe auch: Tertiär, Eozän, Miozän

Paläotropis

Das Florenreich der Tropen und Subtropen der Alten Welt: Afrika südlich der Sahara, Indien, Südostasien und die pazifischen Inseln.

Siehe auch: Florenreich, Neotropis, Holarktis

PETM Paläozän/Eozän-Temperaturmaximum

Das Paläozän/Eozän-Temperaturmaximum: eine kurze, extrem warme Phase vor etwa 55 Millionen Jahren, in der die Temperaturen sehr stark anstiegen.

Siehe auch: Eozän

Pfahlwurzel

Eine kräftige Hauptwurzel, die senkrecht tief in den Boden wächst. Sie erschließt Wasser in tiefen Schichten, macht aber Verpflanzen älterer Exemplare schwierig.

pH-Wert

Maß für den Säuregrad des Bodens. Werte unter 7 sind sauer, über 7 basisch. Kalkböden liegen meist im basischen Bereich.

Siehe auch: Substrat

Photosynthese

Der Vorgang, mit dem Pflanzen aus Licht, Wasser und Kohlendioxid Zucker aufbauen und Sauerstoff abgeben.

Siehe auch: Transpiration

phylogenetisch Phylogenie

Die Stammesgeschichte betreffend: Wie Arten miteinander verwandt sind und auseinander hervorgegangen sind.

Pionierpflanze Pionier, Pionierart

Eine Art, die als erste neue oder kahle Flächen besiedelt, etwa nach einem Brand oder auf Rohboden. Pionierpflanzen sind meist genügsam und wachsen schnell.

Siehe auch: Sukzession

Plastizität phänotypische Plastizität

Die Fähigkeit einer Art, ihr Aussehen und Wachstum den Bedingungen anzupassen. Dieselbe Art wächst dann je nach Standort einmal als Strauch, ein andermal als Baum.

Pleistozän

Die Epoche der Erdgeschichte von vor etwa 2,6 Millionen bis 11.700 Jahren, die Zeit der Eiszeiten.

Siehe auch: Eiszeit, Holozän, Quartär

Pliozän

Ein Abschnitt der Erdgeschichte vor etwa 5 bis 2,6 Millionen Jahren, kurz vor Beginn der Eiszeiten.

Siehe auch: Miozän, Tertiär

Provenienz Herkunft

Das Herkunftsgebiet von Saatgut oder Pflanzen. Pflanzen derselben Art aus verschiedenen Herkünften können sich in Frosthärte und Wuchs deutlich unterscheiden.

Siehe auch: Frosthärte

Provinz

Die Untereinheit einer Florenregion. Takhtajan gliedert die Erde in 152 Provinzen.

Siehe auch: Florenregion, Florenreich

Q

Quartär

Das jüngste Zeitalter der Erdgeschichte, seit etwa 2,6 Millionen Jahren. Es umfasst das Pleistozän und das Holozän.

Siehe auch: Pleistozän, Holozän

R

RCP-Szenarien RCP

Zukunftsszenarien des Weltklimarats (IPCC) für den Klimawandel. RCP steht für „Representative Concentration Pathways“, die Zahl dahinter (zum Beispiel 4,5 oder 8,5) bezeichnet den zusätzlichen Strahlungsantrieb in Watt pro Quadratmeter bis zum Jahr 2100.

Siehe auch: Klimawandel

Refugium Refugien, Rückzugsgebiet

Ein Rückzugsgebiet, in dem Arten ungünstige Zeiten überdauern, zum Beispiel die Eiszeiten. Von dort breiten sie sich später wieder aus.

Siehe auch: Relikt, Eiszeit

Regenschatten

Das trockene Gebiet im Windschatten eines Gebirges. Die Luft regnet sich an der Gebirgsseite zum Wind ab, dahinter bleibt es trocken.

Siehe auch: arid

Regenzeit Trockenzeit

Der Teil des Jahres mit dem Hauptteil der Niederschläge. Die Trockenzeit ist die Jahreszeit mit wenig oder keinem Regen. Beide wechseln sich in den Tropen und Subtropen ab.

Siehe auch: Monsun, Sommerregen, Winterregen

Relikt Relikte, Reliktvorkommen

Ein Überrest einer früher weiter verbreiteten Art oder Vegetation, der sich an wenigen geeigneten Orten gehalten hat, etwa die Lorbeerwälder der Kanarischen Inseln.

Siehe auch: Endemit, Laurisilva

Resilienz resilient, Klimaresilienz

Widerstandsfähigkeit: die Fähigkeit eines Systems oder einer Pflanze, Störungen wie Hitze, Trockenheit oder Frost auszuhalten und sich danach zu erholen.

Siehe auch: Anpassung

Rhizom Wurzelstock

Ein meist waagerecht im Boden wachsender Spross, aus dem Wurzeln und neue Triebe entspringen. Er dient der Vermehrung und als Speicher.

S

Savanne

Offene Graslandschaft der Tropen und Subtropen mit einzelnen Bäumen und Sträuchern. Sie hat eine ausgeprägte Regen- und Trockenzeit.

Siehe auch: Regenzeit, Biom

Sektion Sektionen

Eine Untergruppe innerhalb einer Gattung, die nah verwandte Arten zusammenfasst. Bei den Eichen gibt es zum Beispiel die Sektion Quercus und die Sektion Cerris.

Siehe auch: Gattung

semiarid

Halbtrocken: Das Klima liegt zwischen arid und humid. Die Verdunstung übersteigt den Niederschlag, ein Teil des Jahres ist aber niederschlagsreich genug für Pflanzenwachstum.

Siehe auch: arid, humid, Steppe

sommergrün laubabwerfend, wintergrün

Die Pflanze wirft ihr Laub am Ende der Vegetationsperiode ab, im Herbst oder zu Beginn der Trockenzeit, und treibt im Frühjahr neu aus.

Siehe auch: immergrün, halbimmergrün

Sommerregen

Ein Niederschlagsmuster, bei dem der meiste Regen im Sommer fällt. Der Winter ist trocken. Es ist typisch für Monsungebiete und für Teile der Savannen und Prärien.

Siehe auch: Winterregen, Monsun

Sorte Cultivar, Kultivar

Eine vom Menschen ausgewählte und vermehrte Form einer Art mit bestimmten Eigenschaften, zum Beispiel Blüte oder Wuchs. Sie trägt in Anführungszeichen einen eigenen Namen, etwa „Reka“.

Siehe auch: Varietät

Spätfrost Spätfröste

Frost im Frühjahr, wenn die Pflanzen schon ausgetrieben haben oder blühen. Junge Triebe und Blüten erfrieren dann leicht, auch bei Arten, die tiefen Winterfrost vertragen.

Siehe auch: Austrieb, Frosthärte

Staunässe

Dauernde Vernässung des Wurzelraums, weil Wasser nicht abfließen kann. Den Wurzeln fehlt dann Sauerstoff und sie faulen; viele Pflanzen vertragen sie nicht.

Siehe auch: Drainage

Steppe

Offene, waldlose Grasvegetation in Gebieten, in denen es für Wald zu trocken ist. Sie liegt meist im Inneren der Kontinente mit kalten Wintern und heißen Sommern.

Siehe auch: semiarid, kontinental

Stomata Spaltöffnung, Spaltöffnungen

Winzige verschließbare Poren auf der Blattunterseite. Durch sie nimmt die Pflanze Kohlendioxid auf und gibt Wasserdampf ab. Bei Trockenheit schließt sie die Pflanze.

Siehe auch: Transpiration, Photosynthese

Stubben Stubbenhorizont

Ein Baumstumpf mit Wurzelansatz. In Braunkohle sind Stubben ganzer Wälder erhalten, teils noch am Wuchsort.

Siehe auch: Flöz, Torf

subalpin

Die Höhenstufe unterhalb der Baumgrenze im Hochgebirge. Wälder werden dort lichter, Bäume niedriger und krüppelig.

Siehe auch: montan

submediterran

Mit Mittelmeerklima verwandt, aber weniger ausgeprägt: Die Sommer sind weniger trocken, die Winter etwas kälter. Das Gebiet liegt zwischen dem eigentlichen Mittelmeerraum und dem gemäßigten Mitteleuropa.

Siehe auch: Hartlaub

Substrat

Das Material, in dem eine Pflanze wurzelt: Erde, Boden oder eine Mischung aus Sand, Kompost und anderen Bestandteilen.

Siehe auch: Humus, pH-Wert

Sukkulente Sukkulenz

Pflanze mit verdickten, fleischigen Teilen, in denen sie Wasser speichert. Dazu gehören Kakteen, Agaven und Aloen. Sie wachsen meist in trockenen Gebieten.

Siehe auch: Xerophyt, arid

Sukzession

Die natürliche zeitliche Abfolge von Pflanzengesellschaften an einem Ort, zum Beispiel von der Brache über Gebüsch zum Wald.

Siehe auch: Pionierpflanze

Symbiose

Das Zusammenleben zweier Arten, von dem beide Seiten profitieren, zum Beispiel Pflanzenwurzeln und Pilze in der Mykorrhiza.

Siehe auch: Mykorrhiza

T

Taxon Taxa

Eine Gruppe von Lebewesen, die wissenschaftlich als Einheit benannt ist, zum Beispiel eine Art, eine Gattung oder eine Familie.

Siehe auch: Gattung, Epitheton

Tertiär

Das Erdzeitalter vor etwa 66 bis 2,6 Millionen Jahren. Es war weltweit wärmer als heute, und in Mitteleuropa wuchsen subtropische Wälder. Heute spricht man meist von Paläogen und Neogen.

Siehe auch: Miozän, Pliozän, Quartär

Tethys Paratethys

Ein Urmeer zwischen Eurasien und Afrika. Aus ihm ging das Mittelmeer hervor. Die Paratethys war sein nördlicher Ableger, der im Tertiär weite Teile Mittel- und Südosteuropas bedeckte; Reste sind das Schwarze Meer und das Kaspische Meer.

Siehe auch: Tertiär, Miozän

thermophil wärmeliebend

Die Art braucht viel Wärme für Wachstum und Entwicklung.

tiefgründig flachgründig

Beschreibt die Tiefe, bis zu der ein Boden durchwurzelt werden kann. Ein tiefgründiger Boden hat eine mächtige, lockere Schicht; ein flachgründiger liegt über Fels oder verdichtetem Material.

Siehe auch: Substrat, Pfahlwurzel

Tieflage Tiefland

Gebiete in geringer Höhe über dem Meer, grob bis etwa 500 Meter. Die Klimaangaben der Biogeographie-Seiten gelten für solche Lagen.

Siehe auch: montan

Torf

Aus unvollständig zersetzten Pflanzenresten entstandene Schicht in Mooren. Wird Torf über Millionen Jahre verdichtet, wird daraus Braunkohle.

Siehe auch: Flöz

Transpiration

Die Wasserabgabe der Pflanze durch ihre Blätter. Sie kühlt das Blatt und zieht Wasser aus den Wurzeln nach oben.

Siehe auch: Stomata, Evapotranspiration

Tundra

Baumlose Vegetation aus Moosen, Flechten, Gräsern und Zwergsträuchern in sehr kalten Gebieten nördlich der Waldgrenze und im Hochgebirge.

Siehe auch: Biom

U

UNEP Ariditätsindex

Das Umweltprogramm der Vereinten Nationen. Sein Ariditätsindex teilt den Niederschlag durch die mögliche Verdunstung und ordnet Gebiete von hyperarid bis humid ein.

Siehe auch: arid, humid

USDA-Winterhärtezone Winterhärtezone, USDA

Eine Einteilung der Gebiete nach der tiefsten üblichen Wintertemperatur in Zonen von 1 (sehr kalt) bis 13 (frostfrei). Sie stammt vom US-Landwirtschaftsministerium und dient dazu, zu beurteilen, ob eine Pflanze an einem Ort winterhart ist.

Siehe auch: Frosthärte

V

Varietät Unterart

Eine Form unterhalb der Art, die sich in einzelnen Merkmalen unterscheidet. Eine Unterart (subsp.) hat meist ein eigenes Verbreitungsgebiet; eine Varietät (var.) unterscheidet sich weniger deutlich.

Siehe auch: Taxon

Vegetationsperiode

Der Zeitraum im Jahr, in dem Pflanzen wachsen können. Er wird durch Wärme und Wasser begrenzt. In kühlen Gebieten ist er kurz, in den Tropen dauert er das ganze Jahr.

Siehe auch: Photosynthese

Vegetationspunkt Vegetationskegel, Herz

Die Wachstumsspitze eines Triebes, aus der neue Blätter entstehen. Bei Palmen sitzt sie im „Herz“ der Krone und ist die empfindlichste Stelle bei Frost und Nässe.

Siehe auch: Frosthärte

Vlies Winterschutzvlies

Ein dünnes, luftdurchlässiges Gewebe, das im Winter über empfindliche Pflanzen gelegt wird. Es schützt vor Wind und etwas Frost, ohne die Pflanze zu ersticken.

Siehe auch: Frosthärte, Kahlfrost

W

Wärmeinsel Wärmeinseleffekt

Ein Gebiet, das deutlich wärmer ist als sein Umland, vor allem in Städten. Gebäude und versiegelte Flächen speichern Wärme und geben sie nachts ab.

Siehe auch: Mikroklima

Wärmesumme

Die Summe der Tagesmitteltemperaturen über einer Schwelle in einem bestimmten Zeitraum. Sie misst das Wärmeangebot, das eine Pflanze zum Wachsen, Blühen oder Reifen der Früchte braucht.

Siehe auch: Vegetationsperiode

Wedel

Das große Blatt von Palmen und Farnen. Es besteht aus Stiel und Spreite, die gefächert oder gefiedert sein kann.

Winterregen

Ein Niederschlagsmuster, bei dem die Niederschläge vor allem im Winterhalbjahr fallen und die Sommer trocken sind. Es ist typisch für das Mittelmeerklima.

Siehe auch: Sommerregen, Hartlaub

Wuchsform Lebensform

Die Grundgestalt einer Pflanze, zum Beispiel Baum, Strauch, Palme, Staude oder Sukkulente.

Siehe auch: Habitus, Sukkulente

X

Xerophyt xerophytisch, xerophil, xeromorph

Eine Pflanze, die an Trockenheit angepasst ist, zum Beispiel durch kleine, derbe oder behaarte Blätter, Wasserspeicher oder tiefe Wurzeln.

Siehe auch: Sukkulente, Hartlaub