Potentielles Verbreitungsbiet von Olea europaea in Mitteleuropa
Potentielles Verbreitungsbiet von Olea europaea in Mitteleuropa für den Zeitraum 2005 bis 2025
Disclaimer: Die dargestellten Ergebnisse basieren auf einer bisher unzureichenden Datengrundlage und sind als erster Versuch einer Berechnung anzusehen.
Die Karte zeigt, dass potenzielle Standorte (grau hinterlegt) derzeit streng an die thermisch begünstigten Gunsträume gekoppelt sind. Diese korrelieren größtenteils mit den dunkelrot bis orange markierten Flächen der höchsten Jahresmitteltemperaturen:
Das Rhein-Main-Gebiet und der Oberrheingraben: Dies ist die größte Potenzialregion. Sie erstreckt sich von der Schweizer Grenze bei Basel entlang der Rheinebene nach Norden bis in den Raum Frankfurt und Mainz. Hier herrschen stabile klimatische Bedingungen vor, die für das Wachstum der Olive geeignet sind. Der Schwerpunkt liegt im Bereich zwischen Karlsruhe und Mannheim, wo eine flächendeckende potentielle Verbreitung angezeigt wird. Nach Westen greift dieser Bereich bis an die Weinstraße aus, die bereits für mediterrane Pflanzungen bekannt ist. Nach Norden und insbesondere nach Süden sind die Potentialgebiete nur noch inselhaft ausgeprägt und beschränken sich auf größere Städte sowie mikrolimatisch begünstige Lagen.
Das Neckarbecken: Kleinere, isolierte Potenziale zeigen sich im Raum Stuttgart und entlang des unteren Neckartals.
Die Bodenseeregion: Aufgrund der ausgleichenden Wirkung der Wasserfläche, also des seebedingten Mikroklimas, besteht auch im westlichen Bereich des Bodensees eine Potentialregion.
Wiener Becken und Westpannonien: Im Bereich zwischen Wien, Bratislava und dem Neusiedler See sind weitere Potentialgebiete erkennbar die durch das pannonische Klima in Verbindung mit urbanen Wärmeinseln und gewässerbedingten Gunsträumen (Donau und Neusiedler See) bedingt werden.
Korrelation mit Klimaparametern
Mithilfe der Modellierung kann die ökologische Limitierung in Mitteleuropa deutlich herausgearbeitet werden:
Thermische Grenze: Die Verbreitungsgrenze folgt fast exakt den Isothermen der wärmsten Regionen. In den kühleren Regionen kann die Olive nur mit Winterschutz oder gar nicht gedeihen.
Topografischer Einfluss: Die potenziellen Areale beschränken sich weitgehend auf große Beckengebiete unter 300 bis 400 m NHN. Innerhaln dieser bilden städtische Wärmeinseln und gewässerbedingte Kleinklimata flächige Potentialschwerpunkte, da hier die Gefahr von extremen und lang andauernden Frostereignissen statistisch gesehen geringer ist.