Phoenix dactylifera – Echte Dattelpalme
Die Phoenix dactylifera ist eine der ältesten Kulturpflanzen der Menschheit und das Rückgrat der Oasenwirtschaft. Ihr primäres Genzentrum wird im Bereich des Persischen Golfs vermutet (Zohary et al. 2012). Sie zeichnet sich durch einen hohen Stamm und die Fähigkeit zur Bildung von Basaltrieben aus (Dransfield et al. 2008). Ökophysiologisch folgt sie dem Prinzip 'Kopf im Feuer, Füße im Wasser' – sie benötigt für die Fruchtbildung Hitze, aber einen permanenten Zugang zu Bodenfeuchtigkeit (Larcher 2001).
Standort und Pflanzung
Die Echte Dattelpalme ist extrem thermophil und benötigt vollsonnige Standorte. Sie zeigt eine hohe Toleranz gegenüber Boden-Salzgehalten. Bei der Pflanzung ist zu beachten, dass sie für die Ausbildung ihrer Pfahlwurzel tiefe Gefäße oder tiefgründige Freilandböden benötigt (Lötschert 2006). In Mitteleuropa dient sie aufgrund der fehlenden Sommerhitze primär als dekorative Zierpflanze (Stähler & Spanner 2007).
Winterhärte und Schutzmaßnahmen
Die Winterhärte liegt bei etwa -8°C bis -10°C, wobei trockene Kälte deutlich besser vertragen wird als feuchte (Stähler & Spanner 2007). Ein passiver Winterschutz mit Regenschutz und Vliesumhüllung ist in Mitteleuropa obligatorisch, um Meristemverluste durch Nässe zu vermeiden (Walther 2003). Die Aufhebung winterlicher Temperaturschranken erlaubt eine Auspflanzung in besonders milden Weinbauregionen (Walther 2002b).
Wachstum und Pflege
Phoenix dactylifera wächst schneller als P. theophrasti. Die zuckerreichen Früchte variieren je nach Sorte stark. In der Pflege ist eine großzügige Wasserversorgung während der heißen Monate entscheidend für ein gesundes Wachstum. Morphologisch typisch sind die tiefen Rinnen der Blattfiedern (Uhl & Dransfield 1987). Eine regelmäßige Versorgung mit Stickstoff und Kalium fördert die Vitalität (Lötschert 2006).
Gestaltung und Einsatz im Garten
In der Gartenarchitektur setzt sie durch ihre graublauen Wedel elegante Akzente. Sie eignet sich hervorragend für sehr heiße Standorte, etwa vor Südfassaden. Durch die Entfernung der Basaltriebe kann sie als schlanke Solitärpalme gezogen werden, was ihre architektonische Wirkung in modernen Anlagen unterstreicht.
Literatur
Dransfield, J. et al. (2008): Genera Palmarum. Kew Publishing.
Henderson, A. et al. (1995): Field Guide to the Palms of the Americas. Princeton Uni. Press.
Larcher, W. (2001): Ökophysiologie der Pflanzen. Eugen Ulmer Verlag.
Lötschert, W. (2006): Palmen. Botanik, Kultur, Nutzung. Eugen Ulmer Verlag.
Stähler, M. & Spanner, T. W. (2007): Winterharte Palmen. Medemia Verlag.
Uhl, N. W. & Dransfield, J. (1987): Genera Palmarum. Allen Press.
Walther, G. R. (2002b): Weakening of climatic constraints. In: Folia Geobotanica.
Walther, G. R. (2003): Plants in a warmer world. In: PPEES.
Zohary, D. et al. (2012): Domestication of Plants in the Old World. Oxford Uni. Press.