Trachycarpus fortunei – Chinesische Hanfpalme

Die Trachycarpus fortunei, auch bekannt als Chinesische Hanfpalme, ist eine der winterhärtesten Palmenarten Europas. Sie überzeugt durch ihre elegante Fächerblattkrone und ihre hohe Anpassungsfähigkeit an verschiedene Klimazonen. Die Hanfpalme, wissenschaftlich Trachycarpus fortunei genannt, hat ihre ursprüngliche Heimat in den subtropischen und gemäßigten Regionen Ostasien. Ihr natürliches Verbreitungsgebiet erstreckt sich primär über das mittlere und südliche China, reicht aber bis nach Nord-Birma und Nord-Indien. Im Gegensatz zu vielen anderen Palmenarten wächst sie in ihrer Heimat oft in bergigen Regionen (bis zu einer Höhe von 2.400 Metern). Dort ist sie regelmäßig kühleren Temperaturen, Schnee und Frost ausgesetzt, was ihre heute geschätzte Winterhärte erklärt. Ihren westlichen Namen verdankt sie dem schottischen Botaniker Robert Fortune, der sie Mitte des 19. Jahrhunderts von einer Forschungsreise aus China nach Europa (London) mitbrachte.

Chinesische Hanfpalme (Trachycarpus fortunei)
Chinesische Hanfpalme (Trachycarpus fortunei)

Standort und Pflanzung

Diese Palme bevorzugt einen hellen Standort, verträgt aber auch Halbschatten. Sie wächst am besten in durchlässigen, humosen Böden und benötigt ausreichend Wasser während der Wachstumsperiode. Die Trachycarpus fortunei kann sowohl im Garten als auch in großen Pflanzkübeln kultiviert werden. Letzteres ist aber nur in Regionen mit sehr kurzen Dauerfrostphasen im Winter möglich

Winterhärte und Schutzmaßnahmen

Trachycarpus fortunei ist besonders kälteresistent und kann Temperaturen bis etwa -15°C überstehen. Junge Pflanzen sollten jedoch in den ersten Jahren vorsorglich mit Reisig oder Vlies geschützt werden. Auch ein Standort an windgeschützten Plätzen unterstützt die Frosthärte. Es empfiehlt sich, die Pflanzen erst mit einer Stammhöhe von 30 cm auszupflanzen, da sich das empfindliche Palmenherz dann bereits einige Zentimeter über dem Boden befindet und weniger empfindlich für Herzfäule ist. Diese führt in der Regel zum unwiderbringlichen Verlust der Pflanze. Härten sie die vorher im Kübel gezogene Pflanze vorher das Jahr über durch kurzzeitige Exposition entgegen leichten Frösten (0 bis -5°C) nach und nach ab

Frosthärte verschiedener Pflanzenteile der Chinesische Hanfpalme (Trachycarpus fortunei) nach LARCHER (1985)
Frosthärte verschiedener Pflanzenteile der Chinesische Hanfpalme (Trachycarpus fortunei) nach Larcher (1985)

Wachstum und Pflege

Die Palme wächst in den ersten 6 Jahren langsam, erreicht aber später eine beeindruckende Höhe von bis zu 12 Metern im Freiland. Ab einem Alter von 7 Jahren kann der jährliche Stammzuwachs 10 bis 50 cm betragen. Regelmäßiges Gießen in Trockenperioden und gelegentliche Düngung im Frühjahr fördern ein gesundes Wachstum. Sie können alte abgestorbene Blätter entfernen, um ein gepflegtes Erscheinungsbild zu erreichen.

Gestaltung und Einsatz im Garten

Durch ihre schlanke, elegante Erscheinung eignet sich die Trachycarpus fortunei hervorragend als Solitärpflanze auf Terrassen, in Einfahrten oder in Parks. Auch in Kombination mit mediterranen Pflanzen entsteht ein exotisches Ambiente.

Literatur

Larcher, W. & Häckel, H. (1985): Die nicht parasitären Krankheiten, 5. Teil: Meteorologische Pflanzenpathologie, Witterung und Klima als Umweltfaktoren, Kälte und Frost. – Berlin, Hamburg: Parey.